Triathlon Erding

Triathlon in Erding – Der Tag, an dem mich eine Boje ausgetrickst hat

Der erste Triathlon der Saison – und ich war on fire! Zumindest bis ich im Wasser gelandet bin.

Morgens ging’s los, die Stimmung war gut, das Wetter – sagen wir mal: frisch. Also: Neo an. Ich war in der allerersten Startgruppe. Euphorisch wie ein Golden Retriever vor dem Gassi-Gehen stürzte ich mich ins Wasser – direkt rein ins Getümmel. Ja, das kennt man ja: Arme, Beine, Wasser – und mittendrin ich.

Eigentlich kam ich ganz gut weg, aber nach etwa 400 Metern war plötzlich Schluss mit lustig: Atemnot. Herzrasen. Panik. Ich dachte kurz, der Neoprenanzug versucht, mich zu erwürgen. Kurzzeitig war ich überzeugt, das war’s – ich werd nie wieder trocken.

Ich bin ein Stück zur Seite raus, ein paar Meter Brust geschwommen, versucht runterzukommen. Und dabei dachte ich nur: Warum zum Henker hab ich mich dieses Jahr noch für vier weitere Triathlons angemeldet?!? Ich hatte null Spaß, wirklich null. Ich hab sogar überlegt, einfach rauszugehen. So schlimm war’s.

Aber dann kam dieser trotzige Moment: Jetzt erst recht!. Ich hab mich gezwungen, weiterzukraulen – zwar nicht elegant, aber immerhin. Irgendwann kam ich sogar halbwegs in den Rhythmus. Also rein in Runde zwei. Doch plötzlich fiel mir auf: Moment mal… war diese Boje vorhin nicht… weiter weg vom Ufer?!?

Ich dachte erst, ich bin einfach durchgedreht oder komplett orientierungslos. Aber egal – irgendwie hab ich’s um die Boje geschafft und kam tatsächlich irgendwann wieder zurück ans Land. Ich schau auf die Uhr: 33 Minuten. What?! Was zum Teufel?! Ich hatte so viel trainiert – und dann das?!

Naja, hilft nix. Ab aufs Rad! Die Strecke war flach, also eigentlich nicht so mein Ding – ich brauch Berge! Aber ich war gut unterwegs, hab ordentlich Leute eingesammelt (klar, beim Schwimmen hatte ich ja alle vorbeigelassen…). So langsam wurde meine Laune wieder besser.

Zweiter Wechsel – diesmal ohne Drama. Laufen ging gut los. Es war zwar warm, aber noch nicht Hitzeschlacht wie letztes Jahr. Ich konnte ziemlich gleichmäßig durchziehen und hab mir am Ende mit einem Mitstreiter noch einen kleinen Zielsprint geliefert. Man gönnt sich ja sonst nix.

Im Ziel war ich dann… sagen wir mal: erleichtert. Und irgendwie doch zufrieden. Immerhin: überlebt.

Später beim Auslesen der Uhr dann der Aha-Moment: Ich bin fast 1.800 Meter geschwommen! Offenbar ist die Boje während unserer ersten Runde einfach abgetrieben – und keiner hat’s gemerkt. Zumindest nicht die in der ersten und zweiten Startgruppe (also: uns armen Teufeln). Die späteren Gruppen hatten Glück – da wurde sie wieder korrekt verankert.

Tja. Platzierung war dann auch eher so naja – fünf Minuten extra beim Schwimmen holt man auf dem Rad einfach nicht mehr rein.

Aber hey: Ich hatte die Startnummer 99. Und das ist doch eine schöne Zahl für einen Anfang, oder?

Also: Kein glorreicher Auftakt – aber ein Auftakt. Und Triathlon bleibt ein Abenteuer. Mal gewinnt man, mal schwimmt man 300 Meter zu viel.