Gleich am Wochenende nach Hamburg ging es dann nach Tübingen zu meinem „Heim-Triathlon“ – wieder auf der Kurzdistanz. Dieses Mal hatte ich sogar meine ganze Familie dabei da wir am Vortag noch beim Welpentreffen in Mannheim waren. Familie, Hund und Fahrrad incl. Übernachtungszeug ins Auto zu bekommen war gar nicht so einfach und die Vorbelastung durch Samstag war sicher keine sehr gute Ausgangslage für diesen Wettkampf.
Etwas übermüdet fahre ich am Morgen nach Tübingen an den Start und beziehe meinen Platz in der schönen Wechselzone auf der Neckarinsel unter den riesigen Platanen. Die Temperatur war angenehm und es regnete sogar ein bisschen vor dem Start.
Gestartet wurde in einem Rolling-Start immer zu viert – zwischenzeitlich meine Lieblings-Startformation da das Schwimmen von Anfang an sehr angenehm ist. Ich hatte mir viel für das Rennen vorgenommen und wollte von Anfang an richtig Druck machen, war mir aber über meine aktuelle Form nicht wirklich so sicher. Der Neckar hatte eine etwas höhere Fließgeschwindigkeit, glücklicherweise aber kein Vergleich mit der Seine bei den olympischen Spielen – sonst wäre ich gar nicht mehr zurückgekommen. Nach einer gefühlten guten Zeit habe ich es wieder in die Wechselzone geschafft, ich habe keine Uhr dabei und kann somit gar nicht einschätzen wie ich unterwegs bin. Zügig pflüge ich durch die Wechselzone und schwinge mich auf mein Rad. Dass mein rechter Schalthebel an den Basebars kaputt gegangen ist, stört nur wenig. Ich kann immer noch in Aerohaltung schalten – insofern kein Problem. Von Anfang an gebe ich richtig Gas und überhole viele Athleten. Als ich den Anstieg am Ende der Pendelstrecke hochfahre, zähle ich ca. 40 Fahrer vor mir, es läuft also ganz gut. Auf der 2. Runde sind dann auch die Sprintdistanzler auf der Strecke und meine Position kann ich nicht mehr genau einschätzen. Auf jeden Fall macht die Radstrecke viel Spaß!
Der Support an der Strecke ist der Wahnsinn, meine Familie ist dabei, meine Mutter mit Lebensgefährten ist auch wieder da, meine Schwester und meine Pateneltern sind auch da. Das beflügelt mich und ich hoffe hier niemanden zu enttäuschen – meine Schwester hat den Tisch zum Essen absichtlich erst nach der Siegerehrung reserviert – nur keinen Druck aufbauen 😉
Die 43kilometer Radstrecke sind schnell hinter mich gebracht und ich fahre in die Wechselzone, schnell das Rad abgestellt und los geht die wilde Hatz auf der Laufstrecke. Die Strecke ist etwas anders als letztes Jahr und hinterlässt ein paar Fragen da es 1,5 große runden und noch eine kleine Runde gibt – das ist etwas verwirrend – zumal die Beschilderung auf der Strecke recht lausig war. Gleich zu Beginn höre ich an einer Wende meinen Namen von hinten und ich winke – plötzlich rennt mein ältester Freund neben mir her – ich freue mich riesig und frage ihn mal, wie schnell ich gerade laufe. Ich habe immer noch keine Uhr … leider braucht seine Uhr recht lange bis sie uns eine ca. 4:00 Pace ausgibt – ok so weit.
Meine Familie sehe ich immer wieder und ich versuche die krampfenden Oberschenkel zu ignorieren, die „bergige“ Radstrecke, die Hügel und das Kopfsteinpflaster auf der Laufstrecke bringen die Beine ganz schön zum Brennen. Glücklicherweise habe ich die kleine kurze Runde auch noch gefunden und ich darf durch den Zielbogen laufen. Es war ein super Rennen und ich bin insgesamt auf Platz 31. gelandet, in meiner Altersklasse sogar auf Platz 3. Was für ein Tag im Kreise meiner Liebsten.






