Zell am See – Triathlon mit Schwung, Wellen und einem schnellen Opa
Zwei Wochen nach Roth stand mein drittes Rennen an. Ich hatte mir ja vorgenommen, den 2-Wochen-Rhythmus durchzuziehen – sportlich und planungstechnisch eine echte Challenge.
Blöderweise war an dem Wochenende in ganz Süddeutschland kein einziger brauchbarer Triathlon zu finden – vermutlich waren alle Wttkampfrichter in Roth. Also hab ich über die Grenze geschielt und bin fündig geworden: TriZell in Zell am See. Ein kleiner, aber traditionsreicher Triathlon – und dazu noch in traumhafter Alpenkulisse. Klingt doch nach Abenteuerurlaub mit Zeitnahme!
Leider konnte ich das Wochenende nicht komplett dort verbringen – also wieder mal früh raus, ins Auto und direkt zum Start.
Startnummer 77! Nach 88 in Roth und 99 in Erding hatte ich das Gefühl, das Universum schickt mir irgendeine Zahlenbotschaft. Vielleicht: „Du bist auf dem richtigen Weg, auch wenn’s manchmal nach Durchfall riecht.“
Schwimmen:
Start im schönen Strandbad. Neo-Verbot, weil der See warm war – aber trotzdem wellig wie in der Nordsee. Die Strecke: ein Dreieck gegen den Uhrzeigersinn, das sich auf dem Papier harmlos las, in der Praxis aber ordentlich schaukelig war.
Ich hab mich dennoch mutig reingeworfen, bin mittlerweile wieder etwas selbstbewusster im Wasser. Kein Top-Speed, aber kontrolliert, konzentriert – und ohne Panik.
Allerdings: Ich frag mich langsam ernsthaft, warum ich ohne Neo so lahm bin. Im Becken weiß ich eigentlich, wie man schwimmt… naja, vielleicht ist’s ein mentales Ding.
Radfahren:
Mega Strecke! Erst flach raus Richtung Berge, dann rein nach Kaprun – wo’s stetig steiler wurde. Genau mein Terrain. Ich hab mich richtig gut gefühlt, ordentlich Druck auf dem Pedal gehabt und viele überholt.
Die Abfahrt zurück war ein Traum: gerade, schnell, griffig – kein Stress, nur Spaß! Ich kam mit so viel Schwung in die Wechselzone, dass ich fast durchgerollt bin – mein Abstieg war eher ein artistischer Notanker als ein klassischer „Absteigen und loslaufen“.
Laufen:
Dann ging’s auf die letzten zwei Runden. Kurz vor mir ein älterer Herr, den ich direkt ins Visier genommen hab. „Den schnapp ich mir gleich!“ – dachte ich.
Aber Pustekuchen: Der war weg wie ein junges Reh auf Koffein. Hut ab. Ich bin mein eigenes Tempo gelaufen, hab die Pace gut gehalten und mich durchgehend stark gefühlt.
Im Ziel hatte ich das Gefühl: „Das war ein richtig gutes Rennen – bestimmt Top 20!“
Tatsächlich? Platz 21. Knapp daneben, aber hey – solide!
Dann kam der Dämpfer: Nur Platz 6 in der Altersklasse, obwohl ich wirklich alles gegeben hatte.
Und als Sahnehäubchen stellte ich fest: Der Gesamtsieger war aus meiner Altersklasse. Schnell wie der Blitz und sehr sympathisch – den hatte ich sogar unterwegs gesehen und durfte ein bisschen bei Ihm und dem Führungsradler mitlaufen.
Fazit:
Ein wunderschöner Triathlon, klein, familiär, mit Alpenpanorama und entspannter Stimmung. Ich hab mich richtig gut gefühlt, alles rausgeholt – auch wenn’s am Ende nicht fürs Treppchen gereicht hat.
Nach dem Rennen hab ich mich noch ein bisschen in die Sonne gelegt, tief durchgeatmet – und den Moment genossen.
Zell am See: Ich komme wieder. Und nächstes Mal bleib ich fürs ganze Wochenende.

